Tiere zeichnen Nr. 6
- Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden
- vor 17 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Thema: Affen

Foto ist im Internet entliehen
"Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar."
Paul Klee
Die Tage werden wärmer, der Frühling ist absehbar. Es ist die Zeit, in der Tierkinder die Menschen in den Zoo locken. Nach 1 und 1/2 Jahr hat der Zoo jetzt wieder einen Tiger. Bald folgen weitere Grosskatzen. Neu sind auch die Liszt-Äffchen, eine Art Krallenäffchen. Sie verdanken ihren Namen der Frisur, die an den österreichischen Pianisten Franz Liszt erinnert. Ich bin motiviert für einen erneuten Besuch.

Krallenäffchen
Es empfiehlt sich kaum, die Staffelei aufzubauen, will man die Affen vor Ort im Zoo portraitieren.
Dennoch ist die Chance grösser als bei den Vögeln, ihre Posen festhalten zu können.
Als ich vor einer Weile mit den Malfrauen den Zoo in Zürich aufsuchte, hatten wir viel Spass bei diesen lustigen Kerlen. Es entstanden vorwiegend schnelle Skizzen, indem wir mit Bleistift, Farbstiften, Aquarellfarben und flüssiger Tusche versuchten, ihre Persönlichkeit einzufangen.
Dass nun der alte, 47 jährige Gorilla-Silberrücken eingeschläfert werden muss auf Grund von Herzproblemen und anderen Krankheiten berührt mich sehr. Er war ein beliebtes Sujet, da er oft ruhig in seiner Ecke sass und somit leicht zu portraitieren war.

Zeichnung mit einem Fettstift

mit Aquarellfarbe Sepia
Die quirligen Zeitgenossen liessen uns kaum Zeit zum ernsthaften Zeichnen. Auch waren sie neugierig, kamen nahe an die grosse Glasfront, die sie von den Besuchern trennt und wollten sehen, was wir machen.

Zeichnung mit Bleistift B2
Wenn man sie betrachtet, entdeckt man bei ihnen viel Ähnlichkeit mit uns Menschen.

Flüssige Tusche oder Aquarellfarben eignen sich ausgezeichnet, um mit schnellen Strichen die Bewegungen der lebhaften Tiere festzuhalten.
Spontane Tierskizzen haben für mich einen besonderen Reiz.
Nehmt euch einmal einen Nachmittag Zeit und besucht mit Kindern oder Enkeln den Zoo. Gebt jedem ein Stück Papier in die Hand und einen Bleistift. Ihr werdet feststellen, dass sie sofort mit dem Zeichnen beginnen. Kinder haben keine Hemmungen.
Anfangs braucht es etwas Zeit und Mut. Doch schon nach dem zweiten und dritten Versuch macht ihr Fortschritte. Schaut euch später gemeinsam die Ergebnisse an. Ihr werdet viel Freude haben.
Vorgehen:
Betrachte zuerst die Tiere eine Weile.
Verfolge die Bewegungen der Muskeln.
Baue den Körper des Tieres auf, als ob Du eine Skulptur anfertigen müsstest.
Versuche, es dir ohne Haut und Fleisch vorzustellen, d.h. seinen Knochenbau zu erahnen.
Wo ist das Knie, der Ellenbogen, das Schultergelenk, etc.
Die Ähnlichkeit mit uns Menschen macht es leichter.

Verändert das Tier seine Stellung, dann beginne auch Du von Neuem!!
Zeichne das Tier von allen Seiten.
Wenn du sicherer bist im Zeichnen werde mutig und wage dich an schwierige Körperhaltungen.
Lasse den Radiergummi im Rucksack. Du brauchst ihn nicht.
Erfasse die architektonische Grundform des Tieres. Achte auf sein Fell, das Kleid.
Wie ist es geschaffen?
Ist es samtig? Ist es glänzend – stumpf?
Ist die Haut prall – faltig?
Die Charakteristik ist ungemein wichtig!!
Wähle dazu das passende Malmittel.
Mensch- und Affenskelett
Tiere zeichnen zwingt den Künstler dazu, genau hinzusehen und ständig offen für Neues zu sein.
Gruss Katharina
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